Rekordkulisse für den Space Sector an der Fantasy Basel 2026

Die Fantasy Basel 2026 ist Geschichte – und was für eine Ausgabe das war! Mit insgesamt 103’000 Besucherinnen und Besuchern verzeichnete das grösste Popkultur-Festival der Schweiz einen neuen Rekord. Mittendrin: der Space Sector, der in diesem Jahr grösser war als je zuvor.

Auf über 2’000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und mit einer eigenen Space Stage bot der Space Sector während drei Tagen faszinierende Einblicke in die Welt der Raumfahrt, Astronomie und Weltraumforschung. Tausende Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, renommierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Raumfahrt und Industrie zu treffen, spannende Vorträge zu besuchen und einzigartige Exponate aus nächster Nähe zu erleben.

Astronauten zum Anfassen

Zu den Publikumsmagneten gehörte einmal mehr der Auftritt des Schweizer Astronauten Claude Nicollier. Sein Besuch ist mittlerweile fast schon Tradition an der Fantasy Basel. In seinem Vortrag spannte er den Bogen von den historischen Apollo-Missionen bis zu den zukünftigen Artemis-Mondlandungen und begeisterte damit ein grosses Publikum. Im Anschluss nahm sich Nicollier viel Zeit für Autogramme, Gespräche und zahlreiche Selfies mit den Besucherinnen und Besuchern.

Ein besonderes Highlight folgte unmittelbar danach: Gemeinsam mit Claude Nicollier fand ein exklusives Zoom-Gespräch mit Apollo-13-Astronaut Fred Haise statt. Haise berichtete nicht nur über die dramatischen Ereignisse der berühmten Apollo-13-Mission, sondern auch über seine späteren Testflüge für das Space-Shuttle-Programm. Für eine Überraschung sorgten schliesslich Dionne und Karin Stafford, die Töchter des verstorbenen Apollo-Astronauten Tom Stafford, die sich ebenfalls per Zoom zuschalteten und persönliche Erinnerungen teilten.

Für weitere Höhepunkte sorgten die beiden deutschen Astronautinnen Rabea Rogge und Michaela Benthaus. Rogge hatte erst kürzlich an der Fram-2-Mission teilgenommen, während Benthaus als erste Rollstuhlfahrerin überhaupt einen Flug ins All absolvierte. Beide stiessen auf enormes Interesse beim Publikum, erfüllten zahlreiche Autogrammwünsche und standen für Gespräche zur Verfügung. Besonders gefragt war dabei Rogges neu erschienenes Buch «Ein (bisschen) Weltraum für alle».

Später diskutierten die beiden Astronautinnen gemeinsam mit Jessica Studer auf der Space Stage über die Zukunft astronautischer Raumfahrt (rechts). Studer hatte zuvor in ihrem Vortrag «White Mars» von ihrer einjährigen Antarktis-Mission für die Europäische Weltraumorganisation ESA berichtet. Die von Astrophysikerin Susanne Wampfler moderierte Diskussion bot spannende Einblicke in die Herausforderungen und Perspektiven zukünftiger Raumfahrtmissionen.

Forschung aus erster Hand

Auch wissenschaftlich hatte die Space Stage einiges zu bieten. Audrey Vorburger von der Universität Bern führte das Publikum auf die Suche nach möglichem Leben in den verborgenen Ozeanen eisbedeckter Monde. Sascha Quanz von der ETH Zürich (Bild unten) stellte die geplante LIFE Space Mission vor, die künftig nach lebensfreundlichen Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems suchen soll.

Peter Wurz zeigte auf, welche wissenschaftlichen Chancen das Artemis-Programm eröffnet, während Antoine Pommerol die geplante Ramses-Mission zum Asteroiden Apophis präsentierte. Martin Rubin erläuterte die Ziele der Mission Comet Interceptor, und Robin Bonny erklärte anschaulich, wie Raumsonden unser Sonnensystem erforschen und dabei immer neue Erkenntnisse gewinnen.

Ein weiteres wichtiges Thema war die Inklusion in der Raumfahrt. Eleonore Poli vom CSEM, CHASM und Swiss Space Museum sprach über das Konzept der Parastronautinnen und Parastronauten und darüber, wie zukünftige Raumfahrtmissionen für mehr Menschen zugänglich werden könnten.

Innovation, Industrie und Sicherheit im Weltraum

Neben Wissenschaft und Astronautik standen auch Innovation und Raumfahrtindustrie im Fokus. Marco Tempest von der ETH Zürich, Mathias Burkhalter von Beyond Gravity (Bild unten) sowie Sébastien Pernecker von der EPFL präsentierten aktuelle Entwicklungen und Zukunftsvisionen – von Astrobots bis hin zu neuen Technologien für kommende Weltraummissionen.

Oliver Botta vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) zeigte eindrücklich auf, dass Raumfahrt weit mehr umfasst als Astronauten und Raumsonden. Die Branche ist heute ein wichtiger Innovationsmotor für Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft.

Einen besonders nachdenklichen Akzent setzte Ludovic Monnerat, Kommandant des Kompetenzzentrums Weltraum der Schweizer Armee (Bild rechts). In seinem Vortrag beleuchtete er die zunehmende militärische Bedeutung des Weltraums und die Herausforderungen, die sich daraus für die internationale Sicherheit ergeben.

Wenn Wissenschaft auf Kultur trifft

Wie vielfältig der Space Sector geworden ist, zeigte auch das abwechslungsreiche Rahmenprogramm. Zoë Lehmann von der Universität Bern widmete sich der Frage, wie Wissenschaft in Science-Fiction dargestellt wird und welche Wechselwirkungen zwischen Forschung und Popkultur entstehen. Dirk Noy vom Swiss Space Museum nahm das Publikum mit auf eine Reise durch die Geschichte von LEGO Space.

Für einen künstlerischen Höhepunkt sorgte die Compagnie Youkali, die Ausschnitte ihrer neuen Bühnenproduktion «On The Moon» (Bild unten) präsentierte und damit eine ganz andere Perspektive auf den Mond eröffnete.

Spektakuläre Exponate und immersive Erlebnisse

Auch abseits der Bühne gab es viel zu entdecken. Dank der Unterstützung zahlreicher Partnerorganisationen – darunter Space Exchange Switzerland, SKACH, die LIFE Space Mission, Beyond Gravity, NCCR PlanetS, Space Eye, AMSAT-HB, Science Olympiad, die Universität Basel und die Galactic Alliance – konnten die Besucherinnen und Besucher zahlreiche interaktive Aktivitäten erleben und aussergewöhnliche Exponate bestaunen.

Eine besondere Premiere war der Apollo-Mondrover, der erstmals an der Fantasy Basel gezeigt wurde. Das eindrucksvolle Fahrzeug wurde freundlicherweise von Hermann Dür (im Bild links mit Astronaut Claude Nicollier) zur Verfügung gestellt und zog während des gesamten Festivals zahlreiche Interessierte an.

Zu den weiteren Publikumslieblingen gehörten die grossen Raumfahrtmodelle des James Webb Space Telescope im Massstab 1:4, des ExoMars-Rovers im Massstab 1:1, des CHEOPS-Weltraumteleskops im Massstab 1:1, der Juice-Raumsonde und des Hubble Space Telescope im Massstab 1:10 sowie des Blue Ghost Lunar Landers im Massstab 1:2.

Ebenfalls erstmals vorgestellt wurde das neue Virtual-Reality-Erlebnis «Rocket Garden» von Timestep Studio. Die Besucherinnen und Besucher konnten dabei Raketen in Originalgrösse aus nächster Nähe erleben und in die Geschichte der Raumfahrt eintauchen.

Ein grosses Dankeschön

Dass der Space Sector während der gesamten Fantasy Basel so reibungslos funktionierte wie eine präzise geplante Weltraummission, ist dem ausserordentlichen Engagement vieler Menschen zu verdanken.

Unser herzlicher Dank gilt allen Referentinnen und Referenten, Gästen, Partnerorganisationen und Ausstellern, die ihr Wissen, ihre Begeisterung und ihre Zeit mit dem Publikum geteilt haben. Ebenso danken wir den zahlreichen Freiwilligen, dem Team des Swiss Space Museum sowie den Organisatorinnen und Organisatoren der Fantasy Basel und ihren unzähligen Helferinnen und Helfern. Ohne ihren Einsatz wäre ein Anlass dieser Grössenordnung nicht möglich.

Die Fantasy Basel 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie gross das Interesse an Raumfahrt, Wissenschaft und Technologie ist. Wir freuen uns bereits jetzt auf die nächste Mission.

Noch mehr Eindrücke von der Fantasy Basel 2026 finden Sie in unserer vollständigen Fotogalerie auf Flickr:

Donnerstag, 14. Mai 2026

Freitag, 15. Mai 2026

Samstag, 16. Mai 2026